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Die Platz San Martino-Lucca


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Adresse:Piazza San Martino -  Lucca
 
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Die zwei Plätze, an denen sich der Dom erhebt, Piazza S.Martino und Piazza Antelminelli, mittels eines kurzen
Durchlasses auch mit der Piazza S.Giovanni verbunden, gehören in ihrem Ensemble zu den einheitlichsten und 
eindrucksvollsten Blickpunkten, die Lucca zu bieten hat. Obwohe die die Plätze einrahmenden Gebäude den verschiedensten Stilepochen angehören, beeinträchtigt dies die ausgewogene Raumwirkung in keinster Weise. Ein bewunderungswürdiges Beispiel für das Verständnis der Raumwirkung und für eine perfekte städteplanerische Lösung begegnen wir im Palazzo Micheletti, den Giovan Battista Bernardi, Bischof von Ajaccio und Angehöriger einer bedeutenden Handelsdynastie Luccas, in der zweiten Hälfte des 16. Jh. errichten ließ. Das gekonnte Einsetzen von Bossenwerk, mit welchem in eleganter Weise Portale, Fenster, Architrave und die Ecken gestaltet wurden, lassen das Bauwerk mit Sicherheit Bartolomeo Ammannati zuschreiben, der in diesen Jahren in Lucca im Bereich der Arbeiten am Palazzo Pubblico tätig war. Dort wo der Palazzo an das Querschiff von S.Giovanni anstößt, wird er von einem weiteren, mit einer Brüstung versehenen Mauerzug erweitert, in dem sich seitlich des Portals zwei große Fenster öffnen; diese elegant strukturierte Mauer verbindet gemeinsam mit dem Garten, den sie abschließt, in gelungener Weise die beiden Plätze.
Ein weiterer Beweis für die Fähigkeit, neue Elemente in Vorhandenes einzugliedern, ohne das urbanistisch-architektonische Gleichgewicht zu stören, gelang Lorenzo Nottolini, der im Jahre 1832 das runde (Brunnen)Becken auf der Piazza Antelminelli errichtete. Das Haus der Dombauwerkstätte (casa dell'Opera del Duomo), welches an die Kirche angrenzt, stellt, auch wenn es ziemlich verändert (und teilweise schlecht restauriert) wurde, ein wichtiges Beispiel für die Architektur Luccas des 13. Jh. dar und wird durch die steinernen Arkaden des Erdgeschosses, die ursprünglich offen waren, den weiten Drillingsfenstern der Obergeschosse und der Polychromie der verwendeten Materialien charakterisiert. Wenn man der Mauer von S.Giovanni folgt, erreicht man sehr bald den kleinen, gleichnamigen Platz, der, auch wenn er kein bedeutendes Architekturmonument sein eigen nennt, wiederum ein harmonisches Ensemble darstellt. Die Kirche, die den Heiligen S.Giovanni und S.Reparata geweiht ist, war die erste Kathedrale Luccas und hatte diese Funktion bis zum 8. Jahrhundert inne. Systematische Ausgrabungen, die vor kurzem im luge von Renovierungsarbeiten durchgeführt werden konnten, haben das Niveau mit den Pilasterbasen und die Krypta der ersten Bauphase ans Licht gebracht. Im 12. Jh. wurde die Kirche von den Fundamenten weg in der heute noch bestehenden Form neu erbaut: Im dreischiffigen Kircheninneren erkennt man mehrere wiederverwendete Säulenschäfte und Kapitelle der rÖmischen Kaiserzeit, die mit Basen verschiedener Höhe versehen wurden, um ein durchgehendes Niveau zu erreichen. Die Fassade, Anfang des 17. Jh. erneuert, konnte das romanische Portal mit einem reliefierten Architraven langobardischen Stils bewahren. Der Kirche gehÖrt ein Baptisterium an, welches im 14. Jh. auf quadratischem Grundriß rekonstruiert und 1393 mit der Vollendung der spitz zulaufenden Kuppel fertiggestellt wurde. Im luge von Ausgrabungen des vorigen Jahrhunderts wurde an dieser Stelle, ca. 3 m unter dem heutigen Niveau, ein wahrscheinlich frühmittelalterliches Becken sowie Fragmente eines rÖmischen Fußbodens aus weißen und schwarzen Mosaiksteinehen entdeckt. Von der Piazza S.Giovanni gelangt man zur Piazza del Giglio mit dem gleichnamigen Theater, ein Werk des klassizistischen Architekten Lazzarini. Außerdem fallen das Monument für Garibaldi und zwei schÖne Palazzi auf, namentlich der Palazzo Paoli (dient heute als Hotel) und der Palazzo Arnolfini. Das Teatro dei Giglio genoß großes Prestige zu Beginn des 19. Jh., als es mit dem Theater San Carlo in Neapel und sogar mit der Mailänder Scala um das Privileg wetteiferte, die wichtigsten Neuheiten präsentieren zu kÖnnen.


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